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Wissenswertes

pfeil_transDer Tag des Baumes ist der 25. April eines jeden Jahres!

 

Willst du für eine Stunde glücklich sein,
so betrinke dich.
Willst du für drei Tage glücklich sein,
so heirate.
Willst du für acht Tage glücklich sein,
so schlachte ein Schwein
und gib ein Festessen.
Willst du aber ein Leben lang glücklich sein,
so schaffe dir einen Garten.

Japanische Weisheit

 

pfeil_transWas sind Süntelbuchen?

 

Fagus sylvatica forma suentelensis, die Süntelbuche, ist eine merkwürdig wachsende Varietät der Rotbuche. Weit verbreitet war sie noch vor wenigen Jahrhunderten im Süntel, einem stark bewaldeten Höhenzug des Weserberglands. Ihre Besonderheit sind Dreh- und Krüppelwuchs, Schlaufenbildung und viele besenartige Verzweigungen, die sog. Hexenbesen. Die skurrilen Bäume, auch Hexen- oder Teufelsholz genannt, waren den Menschen unheimlich und den Waldbesitzern ein Ärgernis. Denn ihre Wuchskapriolen ergeben kaum einmal einen ganzen Meter gerade gewachsenes Holz.
So schlug 1843 dem letzten Süntelbuchenwald am Nordhang des Süntels das Stündchen. Tausende der prächtigen Knorze wurden umgelegt. Aber die Buche überlebte u.a. als originelles Geschenk. So pflanzte die niedersächsische Adelsfamilie Münchhausen jeder Tochter zur Hochzeit eine Süntelbuche am neuen Wohnort. Den größten Bestand an älteren Exemplaren besitzt Bad Nenndorf am Deister. Auch Bäume können eine Reise wert sein.      aus: Brockhaus-Kalender 2008: Was so nicht im Lexikon steht

 

pfeil_trans Mimosen

Warum jetzt so empfindlich?

Das forschende 19. Jahrhundert wies nach, dass die Schreck­haftigkeit der Mimose nicht nervlich bedingt ist. Pflanzen­bewegungen, so der botanische Fachausdruck, beruhen auf Reizen, die z. B. durch Pigmente oder lonenfluss ausgelöst werden. Im Fall der Mimose dient der Reiz als Signal für eine sog. Nastie, eine durch ihren Bau festgelegte Bewegung. Bei einer Berührung oder Erschütterung spricht man von Seismonastie.
Aber die Mimose reagiert auch mimosenhaft auf chemische Dämpfe, Temperaturunterschiede und Beschädigungen. In Sekundenschnelle sinkt dann der Wassergehalt und damit der Innendruck der Pflanzenzellen; die Blätter klappen zusammen und die Zweige an ihren Gelenken ebenso: Es ist eine Art von vorübergehendem Welken. Bis sich die Mimose wieder erholt, dauert es bis zu 30 Minuten. Also: Lassen Sie eine Mimose einfach in Ruhe und ersparen Sie ihr seismo-, thermo-, chemo-und traumatonastischen Stress. Dafür wird sie Ihnen aus voller Pflanzenseele danken.

 

Ist die Mimose ein empfindliches Seelchen?

Erstmals beschrieben wurde die südamerikanische Mimose, Mimosa pudica, im Jahr 1578. Eigentlich gehört sie zu den dankbaren Pflanzen, denn sie stellt wenig Ansprüche und wächst zügig. Das hölzerne Gewächs mit seinen gefiederten Blättern und den leuchtenden Blüten gedeiht am Fenster so gut wie im Garten. Doch sobald man es berührt, reagiert das »Blümchen Rühr-mich-nicht-an« äußerst empfindlich: Es klappt seine Blätter oder gar die Zweige zusammen.
Im 1 7. und 18. Jahrhundert erregte die Mimose großes Auf­sehen. Ob ihrer erstaunlichen Reaktion erhielt sie den Namen »Sinnpflanze«. Sie löste Überlegungen aus, ob nicht auch sie, wie Tier und Mensch, empfinde. Ja, ob es denn vielleicht doch, wie Aristoteles meinte, eine Pflanzenseele gäbe. Doch gegen die Brücke zwischen Flora und Fauna sprach etwa der gelehrte Gottfried Herder (1 744-1803): »Was sollte die Pflanze mit Kräften der Thierbewegung, da sie nicht von ihrer Stelle kann?« Aber welche Bewegung vollführt dann die Mimose? ...   (aus: Brockhaus-Kalender 2008: Was so nicht im Lexikon steht)

 

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pfeil_trans Dornen oder Stacheln?

Nach botanischer Terminologie sind Dornen umgewandelte Pflanzenorgane. Das geschieht so, dass eine Sprossachse vor der Zeit zu wachsen aufhört und zu einem Sprossdorn wird. Es sind Ihnen sicher einige einheimische Rosengewächse bekannt, bei denen das vorkommt: Schlehdorn, Schwarzdorn, Feuerdorn und Weißdorn. Auch Pflanzenorgane wie Blätter können sich zu Dornen wandeln. Robinien, bei denen sich die Nebenblätter vereinfachen, Berberitzen und auch die Kakteen haben Blattdornen. Stacheln sind hingegen stets Oberflächenbildungen an Pflanzenorganen, die sich im Allgemeinen an den äußeren Gewebeschichten der Stängelrinde ausbilden. Genau das geschieht bei Brombeeren, Stachelbeeren, Wild- und Gartenrosen. Sie alle nutzen ihre Stacheln zur Abwehr gegen Verbiss, vor allem aber zum Ranken, Klammern, Klettern. Kakteen sind also dornig und keine Rose ohne Stachel. Wir werden uns trotz dieser Erläuterung nicht daran gewöhnen.

(aus: Brockhaus-Kalender 2008: Was so nicht im Lexikon steht)

 

 

 

pfeil_trans Welcher Vogel hält Winterschlaf?

Unter Ornithologen war es bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts hinein unbestritten, dass es keine Winterschlaf haltenden Vögel gibt. Sie hätten die Hopi-Indianer fragen sollen, die kennen einen. Sie nennen den Vogel treffend »Holchko«, den Schlafenden. Es ist die Winternachtschwalbe, Phalaenoptilus nuttallii. Sie lebt in Wüstengebieten und verschläft die kalte Jahreszeit in Felsspalten, wobei ihre Körpertemperatur von 40 °C auf unter 18 °C sinkt.

Am 29. Dezember 1948 wurde der einzige winterschlafende Vogel endlich von einem veritablen Naturforscher, Dr. Edmund Jaeger, in der Colorado-Wüste Kaliforniens entdeckt. Und nach einem entsprechenden Artikel im National Geographie, Februar 1953, meldete sich bei Dr. Jaeger ein pensionierter Lehrer aus Nevada, der schon 1909 eine Winternachtschwalbe im Winterschlaf gesehen hatte. Seine Schüler hatten ihn darauf aufmerksam gemacht und ihm versichert, dass der Vogel das jeden Winter tue. Man sollte eben öfter auf Kinder und Indianer hören.

(aus: Brockhaus-Kalender 2008: Was so nicht im Lexikon steht)

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Wie sind Anis und Sternanis verwandt?

Namen und Geschmack gleichen sich, die beiden Pflanzen überhaupt nicht. Sternanis, lllicium verum, ist ein in Südchina wachsender immergrüner Magnolienbaum, der bis zu 100 Jahre fruchtbar ist und 7 – 10 m hoch wird. Die hübschen sechs bis zehn sternförmig angeordneten Kapseln der Früchte enthalten je einen Samenkern, auf den es geschmacklich allein ankommt.
Anis, Pimpinella anisum, ist - wie Kümmel und Dill - ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler und stammt aus Vorderasien. Früher wurde er auch bei Magdeburg, Erfurt und Langensalza angebaut. Anisölbrenner gewannen aus ihm durch Destillation ein gelbes, süßes Öl. Daraus wird noch heute Pastis, Ouzo und Sambucca gemacht. Da es aber sehr teuer ist, wird dazu inzwischen meist Sternanis verwendet. Sternanis und Anis enthalten beide Athenol, das u.a. schleimlösend und verdauungsfördernd wirkt. (aus: Brockhaus-Kalender 2008: Was so nicht im Lexikon steht)

 


 

 

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Lachse brauchen Bäume, Bäume brauchen Lachse**

Einer der edelsten Speisefische, der Wildlachs, geht seit Jahren im Bestand zurück. Der Hauptgrund dafür ist nach neuen Untersuchungen die Abholzung der Wälder. Überfischung, Vergiftung und Aufstauung der Flüsse spielen allenfalls Nebenrollen. Lachse haben ohne Bäume keine Überlebenschance, und auch viele Bäume wachsen besser, wenn im Bach zu ihren Füßen Fische leben. Nachdem im Nordwesten der USA jahrzehntelang in großem Maßstab die Wälder abgeholzt wurden, brachen gleichzeitig die unermesslich erscheinenden Fischbestände in der Flüssen der US-Staaten Washington und Oregon zusammen. Anfänglich wurden dafür die zahllosen Staudämme verantwortlich gemacht, die den Tieren den Weg versperren, wenn sie aus dem Pazifik kommen und die Flüsse hinaufwandern zu ihren Laichgebieten. Sicherlich haben auch diese Bauwerke ihren Anteil daran, dass die Lachse immer mehr zur Seltenheit werden. Doch das Problem liegt tiefer.
Lachspopulationen und Wälder sind extrem eng aneinander gekoppelt.

Sie sind für ihr Überleben auf den jeweils anderen Partner angewiesen, stellen James Helfield und Robert Naiman von der University of Washington in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins "Ecology" fest. "Unsere Untersuchungen zeigen für jeden Ökologen überdeutlich: Der Zusammenhang zwischen der Ufervegetation eines Flusses und den Lachsen ist keine Einbahnstraße", kommentiert Naiman die veröffentlichte Arbeit. "Der beschränkende Faktor für das Pflanzenwachstum in den Wäldern der gemäßigten Klimate ist Stickstoff. Dieser Nährstoff ist für Pflanzen lebenswichtig, und jener Stickstoff, den die Lachse während der Laichsaison den Bäumen mit ihren Ausscheidungen zur Verfügung stellen, spielt eine entscheidende Rolle."

Die Verflechtung der beiden so grundverschiedenen Lebensräume Wasser und Wald beginnt damit, dass die in den Oberläufen der Flüsse und Bäche abgelegten Lachseier keine direkte Sonneneinstrahlung vertragen. Sie brauchen die Schatten spendenden Bäume am Ufer, damit ihre Temperatur nicht zu stark ansteigt. Außerdem fallen in einem Wald immer wieder ganze Bäume oder dicke Äste in die Wasserläufe. An ihnen sammeln sich Sand, Geröll und weiteres Treibgut, und es entstehen geschützte Stillwasserzonen. Besonders im Winter sind die frischgeschlüpften Junglachse auf solche Zonen angewiesen. Der gnadenlose Holzeinschlag hat diese Schutzzonen selten werden lassen.
Doch auch die Ufervegetation profitiert von den Lachsen. Die Biologen konnten in Flüssen, in denen die Fische laichen, eine wesentlich höhere Stickstoffversorgung der Bäume messen als in fischfreien Gewässern. Sitka-Fichten, so stellen sie fest, haben an Lachsgewässern eine dreifach höhere Wachstumsrate. Das wiederum steigert die Produktion von Totholz, das ins Wasser fällt und Schutzzonen für Junglachse schafft - ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt.

Im Queets-River in Washington fand Naiman den Stamm einer Sitka-Fichte, die schon seit 1.500 Jahren im Flussbett liegt. An solchen Stellen bilden sich langlebige Gemeinschaften aus Pilzen, Algen und vielfältigen Tieren. Doch viele Baumstämme werden über kurz oder lang ins Meer getragen, und sogar dort spielen sie noch eine wichtige Rolle für die Ökologie der Ozeane. Im Salzwasser wird der Stamm von Schiffsbohrwürmer besiedelt -Muscheln, die sich ins Holz bohren und von ihm leben. Dieses Driftholz, ob untergetaucht oder schwimmend, ist ein "Hot Spot" biologischer Vielfalt. Bohrmehl und Kot der Bohrmuscheln bieten Nahrung für Schnecken und Kleintiere. Kleine Fische halten sich in der Nähe auf, denen größere folgen -
der Einfluss des Waldes reicht bis aufs offenen Meer.

**nach einem Artikel in der "Welt am Sonntag" vom 30.9.01

 

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Kelo-Bäume:

Kelo nennen die Finnnen ihre Kiefern. Hoch im Norden reifen sie, in einem natürlichen Trocknungsprozess zum perfekten Baumaterial von Blockhäusern und Saunen. Während der Baum noch fest verwurzelt steht, löst sich am Ende seiner Wachstumsperiode langsam seine Rinde vom Stamm, das Kiefernholz härtet aus und der Wechsel der Jahreszeiten verleiht ihm seine endgültige, unverwechselbare Form und silbergraue Patina - der Baum wird zu Kelo. Manche dieser Kelobäume werden bis zu 1000 Jahre alt, ein extrem seltenes Holz, aus dem die Finnen ihre berühmten Saunen bauen. Die Geschichte der Sauna reicht in Finnland ca. 2000 Jahre zurück und die ersten wissenschaftlichen Aufzeichnungen reichen bereits bis zum Jahre 912 nChr. zurück. Es handelt sich dabei um sogenannte "Erdsaunen": einfache rechteckige Löcher in der Erde. Aus Holz, Torf und Steinen baute man ein Dach darüber. Der Saunaofen bestand aus einem Steinofen, der mit Holz beheizt wurde. Einen Kamin gab es nicht. Der Rauch wurde durch eine Öffnung in der Wand ins Freie abgeleitet. Diese Art von Sauna findet auch heute in Finnland noch Angewendung, sie wird Maasauna (Erdsauna) genannt und kann als die Ursauna bezeichnet werden.

 

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