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Kurzporträt des Gartens

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Der Forstbotanische Garten in Freiburg-Lehen wurde Mitte des letzten Jahrhunderts als Lehr- und Versuchsgarten des damaligen Forstbotanischen Institutes gegründet. Er liegt innerhalb der Stadtgrenzen von Freiburg, aber außerhalb des Bebauungsgebietes,  (siehe Wegbeschreibung) am linken Ufer der Dreisam (Höhenlage 230 m über NN). Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 10,1 oC, der mittlere Jahresniederschlag beträgt ca. 900 mm, so dass hier ein typisches Weinbau-Klima vorliegt. Durch die Lage am Fluss und die etwas eingesenkte Topographie liegt der Garten jedoch zeitweise in einem Kaltluft-See, der das Mikroklima stark beeinflusst.

 

Die relativ kleine Fläche von ca. 2 ha wird jeweils zur Hälfte als Arboretum für Lehrzwecke und als Freilandfläche für experimentelle Versuche genutzt. Da mit dem Arboretum der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt im Lilienthal am Kaiserstuhl und dem Arboretum im Stadtwald Freiburg sowie dem Botanischen Garten der Universität bereits umfangreiches Anpflanzungen von Anschauungsmaterial (insbesondere fremdländischer Gehölze) für Lehrzwecke zur Verfügung stehen, liegt der Schwerpunkt im Forstbotanischen Garten stärker auf den experimentellen Versuchsansätzen. Neben den Freiflächen stehen dafür drei Gewächshäuser mit insgesamt 215 qm unter Glas, drei einfache Büro- und Laborgebäude sowie eine angeschlossene Holzwerkstatt zur Verfügung.

 

Die Forschungstätigkeiten der aktuellen Professur für Forstbotanik liegen vor allem im Bereich der Interaktionen zwischen Bäumen und Mikroorganismen. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen zu Holzfäulen an Stadtbäumen durchgeführt, wobei gerade die Holzwerkstatt sehr hilfreich dafür war, die in den Garten gebrachten Baumsegmente zu zerlegen und für die anschließenden Pilzisolierungen und mikroskopischen Untersuchungen zu präparieren. Neben den Forschungen zu den eher problematischen holzzersetzenden Pilzen laufen auch einige Arbeiten zu Bäumen und symbiontischen Mykorrhiza-Pilzen. Derzeit wird eine größere Studie über die Interaktion von Baumwurzeln und Trüffelarten durchgeführt, einschließlich der Möglichkeiten zur kontrollierten Beimpfung von Eichen- und Hasel-Jungpflanzen mit dem heimischen Burgunder-Trüffel zur Anlage von Trüffel-Plantagen.

 

Trotz der begrenzten Fläche sind im Forstbotanischen Garten ca. 220 Baum-, Strauch- und Bambusarten für Lehrzwecke vertreten. Besonders schöne Einzelexemplare existieren von der Andentanne (Auracaria araucana), dem Mammutbaum (Sequoiadendron sempervirens), der Orientbuche (Fagus orientalis), der Küstentanne (Abies grandis), der Chinesischen Zaubernuss (Hamamelis mollis) sowie dem Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) und dem Ginkgobaum (Ginkgo biloba); eindrücklich in der Blütezeit sind der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), der Taschentuchbaum (Davidia involucrata), die schon im Januar blühende Zaubernuss (Hamamelis mollis) sowie der Schneeglöckchenbaum (Halesia carolina). Allerdings gibt es hier weder systematische noch geographische Schwerpunkte, sondern die verschiedenen Baumarten wurden im Laufe der Geschichte des Gartens mehr oder weniger zufällig ausgewählt.

 

Besonders vor den Prüfungen wird die Möglichkeit der nochmaligen Auffrischung der Baumartenkenntnisse von den Bachelor-Studenten aus den Studiengängen „Waldwirtschaft und Umwelt“ sowie „Umweltnaturwissenschaften“ gerne zusätzlich zu den anderen Möglichkeiten in Freiburg genutzt. Für die Öffentlichkeit ist der Garten allerdings nicht ohne weiteres zugänglich, er kann aber nach direkter Rücksprache in besonderen Fällen auch besichtigt werden.